Ein Webhook ist eine technische Methode, mit der ein Softwaresystem ein anderes System automatisch über ein bestimmtes Ereignis informiert. Im Gegensatz zu klassischen API-Abfragen muss das empfangende System nicht regelmäßig prüfen, ob neue Daten vorhanden sind.
Ein Webhook arbeitet ereignisbasiert. Sobald beispielsweise eine Bestellung erstellt, eine Zahlung abgeschlossen oder ein Status geändert wurde, sendet das Quellsystem automatisch eine Nachricht an eine zuvor definierte URL.
Dadurch eignen sich Webhooks besonders für Automatisierungen, Echtzeitprozesse und die Verbindung verschiedener Softwaresysteme.
Wie funktioniert ein Webhook?
Ein Webhook besteht vereinfacht aus drei Komponenten:
- einem auslösenden Ereignis
- einer Zieladresse
- einer Nachricht mit Informationen zum Ereignis
Ein typischer Ablauf im E-Commerce könnte folgendermaßen aussehen:
Neue Bestellung in Shopware → Webhook wird ausgelöst → Middleware oder ERP erhält Nachricht → Bestellung wird verarbeitet
Technisch wird häufig eine HTTP-Anfrage an eine festgelegte URL gesendet. Die übertragenen Informationen werden meist als JSON bereitgestellt.
Das empfangende System verarbeitet die Nachricht anschließend automatisch.
Beispiel für einen Webhook
Ein Onlineshop möchte sein ERP-System informieren, sobald eine Bestellung eingeht.
Der Ablauf könnte so aussehen:
1. Kunde bestellt im Shop
Shopware erstellt eine neue Bestellung.
2. Ereignis wird erkannt
Das System erkennt das Ereignis „Bestellung erstellt“.
3. Webhook wird ausgelöst
Shopware sendet eine HTTP-Anfrage an die hinterlegte Webhook-URL.
4. ERP empfängt die Information
Die Middleware oder das ERP erkennt, dass eine neue Bestellung vorhanden ist.
5. Weitere Verarbeitung startet
Das ERP kann anschließend die vollständigen Bestelldaten über eine API abrufen oder direkt mit den übertragenen Daten arbeiten.
Webhook und API im Vergleich
Webhooks und APIs werden häufig gemeinsam eingesetzt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
| API | Webhook |
|---|---|
| System fragt aktiv Daten ab | System wird automatisch informiert |
| Anfrage wird vom Empfänger gestartet | Anfrage wird vom Sender gestartet |
| Gut für gezielte Datenabfragen | Gut für Ereignisse |
| Regelmäßiges Polling möglich | Ereignisgesteuert |
| Datenabruf jederzeit möglich | Reaktion auf konkrete Ereignisse |
Ein einfaches Beispiel:
API: „Gibt es neue Bestellungen?“
Webhook: „Es gibt eine neue Bestellung.“
Anschließend kann die API genutzt werden, um weitere Informationen abzurufen.
Webhooks im E-Commerce
Webhooks eignen sich besonders für Prozesse, bei denen externe Systeme schnell auf Veränderungen reagieren sollen.
Typische Ereignisse sind:
- neue Bestellung
- Zahlung erfolgreich
- Zahlung fehlgeschlagen
- Bestellung storniert
- Versandstatus geändert
- Kunde registriert
- Produkt geändert
- Rückzahlung durchgeführt
Damit lassen sich viele Geschäftsprozesse automatisieren.
Webhooks in Shopware 6
In Shopware 6 spielen Webhooks insbesondere bei Apps und externen Integrationen eine wichtige Rolle.
Eine Shopware App kann sich für bestimmte Ereignisse registrieren. Tritt ein entsprechendes Ereignis ein, übermittelt Shopware Informationen an die definierte Zieladresse.
Ein typisches Beispiel:
Bestellung erstellt → Shopware Webhook → externe Anwendung
Die externe Anwendung kann daraufhin weitere Aktionen ausführen oder über die Shopware Admin API zusätzliche Daten abrufen.
Webhooks können dadurch Shopware mit ERP, CRM, Logistik, Marketing-Plattformen oder eigenen Anwendungen verbinden.
Webhooks und Flow Builder
Auch der Shopware Flow Builder kann für ereignisbasierte Prozesse verwendet werden.
Ein Workflow könnte beispielsweise lauten:
Bestellung abgeschlossen → Bedingung prüfen → externe URL aufrufen
Damit lassen sich externe Systeme direkt aus einem Shopware-Prozess heraus ansprechen.
Webhook und Flow Builder ergänzen sich dabei gut. Der Flow Builder definiert, wann etwas passieren soll, während der Webhook beziehungsweise URL-Aufruf die Information an ein externes System weitergibt.
Vorteile von Webhooks
Webhooks bieten gegenüber regelmäßigen API-Abfragen mehrere Vorteile.
Schnelle Reaktion
Ein Ereignis wird nahezu unmittelbar weitergegeben.
Weniger API-Anfragen
Das empfangende System muss nicht ständig prüfen, ob sich etwas verändert hat.
Geringere Systembelastung
Unnötige Polling-Anfragen können vermieden werden.
Gute Skalierbarkeit
Webhooks eignen sich gut für Systeme mit vielen Ereignissen und verbundenen Anwendungen.
Automatisierbare Prozesse
Externe Systeme können unmittelbar nach einem Ereignis reagieren.
Grenzen und Nachteile von Webhooks
Webhooks haben jedoch auch einige Herausforderungen, auf die wir hier einmal hinweisen wollen.
Zielsystem muss erreichbar sein
Ist der empfangende Server nicht verfügbar, kann die Nachricht fehlschlagen.
Wiederholungen müssen berücksichtigt werden
Ein Ereignis kann unter Umständen mehrfach übertragen werden. Das empfangende System sollte deshalb doppelte Verarbeitung verhindern.
Fehlerbehandlung notwendig
Fehlgeschlagene Webhooks sollten protokolliert und erneut verarbeitet werden können.
Abhängigkeit zwischen Systemen
Ändert sich die Struktur eines Ereignisses, muss möglicherweise auch das empfangende System angepasst werden.
Sicherheit bei Webhooks
Webhook-Endpunkte sind öffentlich erreichbare Schnittstellen und sollten deshalb abgesichert werden.
Wichtige Maßnahmen sind:
- HTTPS verwenden
- Webhook-Signaturen prüfen
- Secret beziehungsweise Schlüssel verwenden
- eingehende Daten validieren
- nur benötigte Ereignisse akzeptieren
- Zugriffe protokollieren
Viele Anbieter verwenden kryptografische Signaturen, damit der Empfänger überprüfen kann, ob eine Nachricht tatsächlich vom erwarteten Absender stammt.
Webhook und Polling
Beim Polling fragt ein System regelmäßig nach Veränderungen.
Beispiel:
Alle 30 Sekunden: Gibt es eine neue Bestellung?
Ein Webhook vermeidet diese wiederholten Anfragen.
Der Server sendet nur dann eine Nachricht, wenn tatsächlich etwas passiert.
| Polling | Webhook |
|---|---|
| regelmäßige Anfrage | ereignisbasiert |
| höhere Zahl an API-Requests | deutlich weniger Requests |
| Verzögerung abhängig vom Intervall | meist sehr schnelle Reaktion |
| einfacher bei manchen Systemen | effizienter bei vielen Ereignissen |
Best Practices für Webhooks
Eine zuverlässige Webhook-Integration sollte folgende Punkte berücksichtigen:
- Nachrichten schnell bestätigen
- längere Verarbeitung in eine Warteschlange verschieben
- fehlgeschlagene Nachrichten erneut versuchen
- doppelte Ereignisse erkennen
- Ereignis-ID speichern
- Logging und Monitoring verwenden
- Signaturen validieren
- Webhook-Versionen dokumentieren
Besonders wichtig ist, dass die eigentliche Verarbeitung nicht zu lange dauert. Der Webhook sollte möglichst schnell bestätigt und komplexere Aufgaben anschließend im Hintergrund verarbeitet werden.
Typischer Aufbau einer professionellen Integration
Eine robuste E-Commerce-Integration könnte folgendermaßen funktionieren:
Shopware → Webhook → Middleware → Warteschlange → ERP
Die Middleware nimmt die Nachricht entgegen und bestätigt den Webhook.
Anschließend wird die Verarbeitung über eine Queue durchgeführt.
Falls das ERP nicht erreichbar ist, bleibt die Nachricht erhalten und kann später erneut verarbeitet werden.
Dadurch wird die Integration deutlich ausfallsicherer.
FAQ zu Webhooks
Ist ein Webhook eine API?
Ein Webhook ist eine Form der Systemkommunikation, unterscheidet sich aber von einer klassischen API-Abfrage. Ein Webhook sendet Informationen aktiv bei einem Ereignis.
Arbeiten Webhooks in Echtzeit?
Webhooks reagieren normalerweise nahezu in Echtzeit. Geringe Verzögerungen durch Netzwerk und Verarbeitung sind jedoch möglich.
Was passiert, wenn ein Webhook fehlschlägt?
Das hängt vom Anbieter ab. Professionelle Systeme sollten fehlgeschlagene Nachrichten erneut senden oder eine eigene Retry-Logik verwenden.
Können Webhooks doppelt gesendet werden?
Ja. Deshalb sollte das empfangende System identische Ereignisse erkennen und doppelte Verarbeitung verhindern.
Wann ist ein Webhook sinnvoll?
Webhooks eignen sich besonders für Bestellungen, Zahlungen, Statusänderungen und andere Ereignisse, auf die ein externes System schnell reagieren soll.
Weiterführende Wiki-Einträge
Passende Themen sind:
- API-Schnittstelle
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- Prozessautomatisierung
Autor und Aktualität
Autor: CUTVERT Redaktion
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
Quellen
- GitHub Docs: About Webhooks
- GitHub Docs: Creating Webhooks
- GitHub Docs: Validating Webhook Deliveries
- Shopware Developer Documentation: Webhooks und App Integrationen
- Shopware Developer Documentation: Admin API und Integrationen
Webhook: Definition, Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten





