Shopware 6 API: Aufbau, Schnittstellen und Integrationsmöglichkeiten

Die Shopware 6 API ist die technische Schnittstelle, über die externe Systeme, Apps und individuelle Anwendungen mit Shopware kommunizieren können. Sie ermöglicht es, Daten automatisiert zu lesen, zu verändern und zwischen Shopware und anderen Plattformen auszutauschen.

Shopware stellt dafür zwei zentrale HTTP APIs bereit: die Admin-API für administrative und systemseitige Aufgaben sowie die Store-API für kundennahe Prozesse wie Produktdarstellung, Warenkorb, Checkout und Headless Frontends. Beide Schnittstellen arbeiten mit JSON und bilden die Grundlage für viele moderne Integrationen.

Wie ist die Shopware 6 API aufgebaut?

Die Shopware API folgt einem klaren Grundprinzip. Ein externes System sendet eine Anfrage an einen definierten Endpunkt. Shopware verarbeitet diese Anfrage und liefert eine strukturierte Antwort zurück.

Ein vereinfachter Ablauf lautet:

Externes System → API Anfrage → Shopware → Verarbeitung → JSON Antwort

 

Im Prinzip ist es wie das alt bekannte EVA – Prinzip,

E = Eingabe, wird durch das externe System ausgelöst,

V = Verarbeitung, Shopware führt durch seine Core-Logiken die Verarbeitung der API Anfrage durch,

A = Ausgabe, hier durch ein Strukturiertes JSON-Format abgebildet.

 

Typische externe Systeme sind:

Dadurch kann Shopware als zentrale Commerce Plattform in komplexe IT Landschaften eingebunden werden.

Die Admin-API

Die Admin API ist für administrative und systemseitige Prozesse vorgesehen. Sie verwendet den Basispfad:

/api/*

Über sie lassen sich beispielsweise folgende Daten verwalten:

  • Produkte
  • Kategorien
  • Bestellungen
  • Kunden
  • Preise
  • Medien
  • Lagerbestände
  • Verkaufskanäle

Auch Importe, Exporte und größere Synchronisationsprozesse können darüber umgesetzt werden. Für Massendaten stellt Shopware unter anderem die Sync-API innerhalb des Admin API Umfelds bereit.

Authentifizierung der Admin-API

Für Integrationen verwendet die Admin-API OAuth 2.0. In Shopware wird dazu typischerweise unter:

Einstellungen → System → Integrationen

eine Integration angelegt. Mit dieser hat der API Nutzer die dort hinterlegten Rechte, zum agieren mit dem Shopsystem.

Diese erhält:

  • Access Key ID
  • Secret Access Key

Mit diesen Zugangsdaten kann ein OAuth Access Token angefordert werden. Shopware empfiehlt für dauerhafte Integrationen den sogenannten client_credentials Flow.

Die Store-API

Die Store-API ist für kundennahe Funktionen vorgesehen und verwendet den Basispfad:

/store-api/*

Sie eignet sich beispielsweise für:

  • Produktlisten
  • Produktdetailseiten
  • Warenkorb
  • Checkout
  • Kundenlogin
  • Kundenkonto
  • Headless Shops
  • Mobile Apps

Die Store API arbeitet im Kontext eines Verkaufskanals. Dafür wird ein Sales-Channel Access Key verwendet. Kundenbezogene Endpunkte benötigen zusätzlich einen entsprechenden Kundenkontext beziehungsweise eine Authentifizierung.

Admin -PI und Store-API im Vergleich

Admin API Store API
Backend und Systemintegration Storefront und Kundenprozesse
Produkte verwalten Produkte anzeigen
Bestellungen bearbeiten Checkout durchführen
Kunden administrieren Kunde anmelden
ERP oder PIM anbinden Headless Frontend bauen
OAuth 2.0 Verkaufskanal Access Key
/api/* /store-api/*

Der wichtigste Unterschied liegt im Einsatzzweck. Die Admin API verändert und verwaltet Shopdaten, während die Store API Funktionen bereitstellt, die ein Kunde während seines Einkaufs benötigt.

Wie funktioniert eine API Anfrage?

Eine API Anfrage besteht vereinfacht aus vier Bestandteilen, welche im weiteren genauer erklärt werden:

Endpunkt

Der Endpunkt legt fest, welche Ressource angesprochen wird, sprich ein Produkt, eine Kategorie etc..

Beispiel:

/api/search/product

HTTP Methode

Die Methode beschreibt den Vorgang des API aufrufs, sprich was will der Absender bezwecken.

Typische Methoden sind:

  • GET für Datenabruf
  • POST für Abfragen oder Erstellung
  • PATCH für Änderungen
  • DELETE für Löschvorgänge

Header

Der Header ist wie im Brief die Kopfzeile und enthält bestimmte Informationen für den Empfänger.

Im Header befinden sich beispielsweise:

  • Authentifizierung
  • Content Type
  • Verkaufskanal Informationen

Request Body

Der Request Body enthält die eigentlichen Daten beziehungsweise Suchkriterien.

Shopware empfiehlt bei der Admin API für viele Anwendungsfälle die Search Endpoints. Diese unterstützen Filter, Sortierungen, Pagination und das Laden verknüpfter Datensätze.

Typische Integrationsmöglichkeiten

ERP und Warenwirtschaft

Ein ERP/Warenwirtschaft-System kann über die Admin-API beispielsweise alle entscheidenten Geschäftsdaten abbilden:

  • Produkte aktualisieren
  • Preise übertragen
  • Lagerbestände synchronisieren
  • Bestellungen abrufen
  • Versandstatus zurückmelden

So entsteht ein automatisierter Datenaustausch zwischen Shop und ERP/Warenwirtschaft-System, was zur Verringerung der manuellen menschlichen Eingriffe führt, wodurch auch die Fehlerquote sinkt.

PIM System

Ein Product Information Management System kann Produktinformationen zentral verwalten und anschließend an Shopware übertragen. Sie veralten alle Daten Ihres Unternehmen zentral an einer Stelle und spielen diese gezielt in die gewünschten Systeme ein.

Bei Shopware könnte es zum Beispiel folgende Daten betreffen:

  • Titel
  • Beschreibungen
  • Eigenschaften
  • Medien
  • Kategorien
  • Übersetzungen

CRM

CRM Systeme können Kunden, Bestellungen und Vertriebsinformationen mit Shopware austauschen.

Dadurch können beispielsweise Kundenaktivitäten oder Bestellhistorien im Vertrieb genutzt werden.

Tiefere Analysen über Kunden und Kaufverhalten können aus dem Zusammenführen der beiden Datenquellen erschlossen werden. So könnte zum Beispiel erfasst werden, bei welchem Kunden gerade die richtige Zeit für das nachfassen wäre.

Marktplätze

Über APIs oder Middleware lassen sich externe Plattformen anbinden.

Beispiele sind:

Headless Commerce

Bei einem Headless Ansatz wird die sichtbare Shopoberfläche technisch von Shopware getrennt.

Das Frontend kann beispielsweise mit React, Vue oder Next.js entwickelt werden, während Shopware über die Store API Produkte, Warenkorb und Checkout bereitstellt.

Vorteile der Shopware 6 API

Die Shopware API bietet Unternehmen eine hohe Flexibilität.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • automatisierter Datenaustausch
  • Integration bestehender Systeme
  • weniger manuelle Datenpflege
  • Headless Commerce möglich
  • individuelle Apps und Frontends
  • zentrale Commerce Logik
  • standardisierte JSON Kommunikation

Besonders für wachsende Händler ist die API ein wichtiger Baustein für skalierbare Prozesse.

Grenzen und Herausforderungen

Eine API Integration ist nicht automatisch einfach.

Typische Herausforderungen sind:

  • unterschiedliche Datenmodelle
  • fehlerhafte Stammdaten
  • komplexe Synchronisationslogik
  • Berechtigungen
  • Performance
  • Fehlerbehandlung
  • Versionswechsel
  • Sicherheitsanforderungen

Besonders bei bidirektionalen Schnittstellen muss klar definiert sein, welches System für welche Daten führend ist.

Abgrenzung zu Webhooks und Flow Builder

Die API wird aktiv aufgerufen. Ein externes System fordert also Daten an oder sendet Daten an Shopware.

Ein Webhook funktioniert dagegen ereignisbasiert. Shopware kann ein externes System automatisch informieren, wenn beispielsweise eine Bestellung erstellt wurde.

Der Flow Builder steuert wiederum interne Automatisierungen und kann externe Prozesse anstoßen.

In komplexeren Architekturen werden API, Webhooks und Flow Builder häufig gemeinsam eingesetzt.

Schritt für Schritt eine Integration starten

1. Anwendungsfall definieren

Zuerst sollte klar sein, welche Daten wo, wie und wann übertragen werden sollen.

Beispiel:

ERP soll Lagerbestände an Shopware senden und Bestellungen abrufen.

2. Datenverantwortung festlegen

Definiere, welches System für welche Daten führend ist. In den meisten fällen ist das ERP-System das führende System.

3. API auswählen

Backend Prozesse verwenden in der Regel die Admin-API.

Kundennahe Frontends verwenden meist die Store-API.

4. Zugang einrichten

Für die Admin-API wird eine Integration mit passenden Rechten erstellt.

5. Testanfragen durchführen

Zunächst sollten nur wenige Datensätze verarbeitet werden. Hier empfiehlt sich der Test auf einer Testumgebung.

6. Fehlerbehandlung implementieren

API Fehler müssen protokolliert und nachvollziehbar behandelt werden.

7. Monitoring einrichten

Produktive Schnittstellen sollten dauerhaft überwacht werden. Ohne ein sauberes monitoring und Eskalationsmanagement, können automatische Prozesse schnell zu einem gefährlichen Blindflug werden.

FAQ zur Shopware 6 API

Welche API sollte ich für ein ERP verwenden?

Für ERP Integrationen wird in der Regel die Admin API verwendet, da sie Produkte, Bestellungen, Kunden und andere administrative Daten verwalten kann.

Kann ich mit Shopware ein eigenes Frontend bauen?

Ja. Die Store API ist speziell für Headless Frontends, Apps und kundennahe Anwendungen vorgesehen.

Ist die Shopware API REST basiert?

Shopware stellt HTTP APIs mit JSON bereit. Die Struktur folgt REST ähnlichen Prinzipien, wobei Shopware eigene Such und Datenkonzepte verwendet.

Wo finde ich die API Dokumentation?

Eine Shopware Installation stellt lokale API Referenzen bereit. Für die Admin API ist beispielsweise /api/_info/stoplightio.html verfügbar. Zusätzlich stellt Shopware OpenAPI Schemas bereit.

Brauche ich für jede Integration eine eigene API Verbindung?

Nicht zwingend. In größeren Projekten kann eine Middleware sinnvoll sein, die mehrere Systeme verbindet und Daten zentral transformiert.

Weiterführende Verknüpfungen

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Autor, Aktualität und Quellen

Autor: CUTVERT Redaktion
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
Quellen: Offizielle Shopware Developer Documentation, Shopware API Guides und API Reference.